BAZ_BERICHT_2025
ERFOLGSSTORY Almedina Gunic Wie war Ihr Weg in die Facharbeiter:innen Intensivausbildung am BFI Wien?
sprachliche Korrekturen, etc.). Ich hatte erwartet, dass wir uns ganz allein und von zuhause aus um alles kümmern müssen. Statt dessen wurden alle durchgehend unterstützt, was uns viel von unseren Sorgen wegnahm. Wie beschreiben Sie Ihren Job? Die Tätigkeit bei der MA 31 – Wiener Wasser ist ein Beruf, der gesellschaftlich wertvoll ist, fachlich viel zu bieten hat und zwi schenmenschlich Freude macht. Die Möglichkeiten sind breit gefächert, da wir sowohl Probenahmen im Außendienst (mit entsprechenden Messungen vor Ort) vornehmen als auch Labor tätigkeit zu leisten haben. Mit einem nasschemischen, einem mechanischen und einem mikrobiologischen Labor, in denen wir uns gleichermaßen auszukennen haben, wird es selbst im Laborbetrieb nie monoton. Es gibt kein Patentrezept für Erfolg. In meinem Fall hat es geholfen, dass ich von Anfang an sehr viel zusätzliche Mühe aufgewendet habe. Mein Gehirn tut sich schwer damit, offene Fra gen zu akzeptieren und gleichzeitig tauchen so viele Fragen auf beim Lernen. Also habe ich viel nachgelesen und mir auch aktuelle Fachartikel und weiterführende Fachbücher organisiert. Als ich dann mehrere Wochen krankheitsbedingt ausfiel, konnte ich auf meine Arbeit und Mühe davor bauen (und auf den schon genannten Zusammenhalt der Gruppe). Letztlich war auch eine Prise Glück dabei. Was empfehlen Sie Ausbildungsteilneh mer:innen des BFI Wien? Welche Ausbildungsschwerpunkte sind für Sie in Ihrem Job nun am ehesten verwendbar? Ich kann mich an kein einziges Semester, an keine einzige Lektion erinnern, die mir nicht in der einen oder anderen Form fachlich geholfen hätte. Oftmals sind es sogar Randbemerkungen von Lehrkräften, die mir in einer bestimmten Tätigkeit wieder einfallen. Die faszinierenden Lektionen von Dr. Chobot und Dr. Kubicova sind mir besonders in Erinnerung geblieben. Wie fühlt es sich an, Teil der MA 31 – Wiener Wasser zu sein? Es ist fantastisch! Zwar habe ich ständig was zu tun und zu lernen, aber da es so interessant ist und viel Spaß macht, fühlt es sich eigentlich nie wie Arbeit an. Im Betriebslabor bin ich im Team mit Kolleg:innen zusammen, die sich altersmäßig und in Berufsjahren bzw. Berufserfahrung sowie fachlichem Wissen sehr gut ergänzen und die alle zu einem sehr angenehmen Betriebsklima beitragen. Ich habe noch sehr viel über andere Abteilungen der MA 31 zu lernen sowie allgemein zur Geschichte und gesellschaftlichen Rolle der Wasserversorgung. Es ist keine Tätigkeit, die sich auf das rein Naturwissenschaftliche bzw. Wirtschaftliche beschränken lässt. Das unterscheidet sich meinem Eindruck nach von Firmen in der Privatwirtschaft. Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus? Es gibt nach dem Lehrabschluss sehr viele Weiterbildungsmög lichkeiten und zudem bietet sich über die MA 31 an, verschiedene betriebliche Weiterbildungen in Anspruch zu nehmen. Ich könnte mir sogar vorstellen den Werkmeister zu machen und einen ent sprechenden Ingenieurtitel anzustreben.
Die Idee eine Ausbildung nachzuholen hatte mich schon länger beschäftigt. Ich hatte jahrelang in der Gastronomie sowie im Handel gearbeitet und der Gedanke in einen naturwissenschaft lichen Bereich zu wechseln faszinierte mich, aber es hat mich auch nervös gemacht. Wie sollte das nach mehr als zwei Jahrzehnten im Berufsleben funktionieren? Schritt für Schritt habe ich mich mit den unterschiedlichen Bildungswegen auseinandergesetzt und bin dann auf die Facharbeiter:innen-Intensivausbildung Labortechnik
Biochemie gestoßen. Mein AMS-Berater hat mich auf Anfrage hin auch zu einer Informa tionsveranstaltung des BFI zugebucht. Nach der Veranstaltung war für mich klar, dass es genau dieser Weg werden soll. Wie haben Sie die Zeit am BFI erlebt? „Es war die beste Zeit, es war die schlimmste Zeit“ wie es der Autor Charles Dickens formu lierte. Anfangs kam ich kaum zurecht mit der Umstellung und hatte große Mühe zu verstehen was vorgetragen wird. Jede Person im Kurs schien mehr zu wissen als ich, war geschickter als ich, konnte sich so vieles besser merken als ich. Erst nachdem unser Jahrgang sich so richtig kennengelernt hatte und wir als LaBi
Gruppe zusammengeschweißt waren, wurde mir klar, dass es fast allen anderen auch so ging. Der enge Zusammenhalt war es dann auch, der es für uns alle leichter gemacht hat die LAP zu bestehen. Und dann natürlich das Engagement unserer Lehrkräfte, die nicht nur wirklich viel wissen, sondern sich auch während der gesamten Ausbildungszeit mit aller Kraft für uns eingesetzt haben. Dr. Rados tina Bachmaier war damals unser Klassenvorstand und hat in den ersten Tagen der Ausbildung etwas gesagt, dass sich bei mir sehr eingeprägt hat. Sie meinte, wir sollten die Ausbildungszeit als eine Phase verstehen in der wir uns auch als Persönlichkeiten weiter entwickeln können. Es sei gut, diese Zeit zu nützen und über den fachlichen Tellerrand hinauszublicken. Im Nachhinein gesehen, ist das ein mehr als treffender Rat gewesen. Im Rahmen der BFI-Ausbildung wurden wir dabei unterstützt ein geeignetes Praktikum zu finden. Bei meinen Recherchen bin ich auf das Betriebslabor der MA 31 (Wiener Wasser) gestoßen und habe mich über das Personalbüro der MA 31 beworben. Das zehnwöchige Praktikum war eine so großartige Erfahrung, das ich anschließend regelmäßig die Stellenausschreibungen der Stadt Wien im Auge hatte. Als dann im Folgemonat meines LAP-Abschlusses eine Stelle als Laborant:in ausgeschrieben wurde, habe ich mich umgehend beworben. Nach dem geregelten Bewerbungsprozess (Bewerbung im Zeitrahmen der offiziellen Ausschreibung und anschließendes Bewerbungsgespräch) habe ich zu meiner Freude auch tatsächlich die Stelle antreten dürfen. Wurden Sie dabei vom BFI unterstützt? Unsere Bewerbungsunterlagen wurden geprüft und nach Absprache mit uns optimiert (professionellere Bewerbungsfotos, Wie sahen Ihre Bewerbungsbemühungen aus? Wie war Ihr Weg in die MA 31 – Wiener Wasser?
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