BAZ_BERICHT_2025

Berufswerkstatt 2025

Teilnahmen: 513 | Durchschnittsalter: 17,3 Jahre | Vermittlungen: 53 Vereinbarte Berufs-Checks: 234 | Vereinbarte Praktika: 47 weibliche Teilnehmende: 30 % Projektbeschreibung AUFTRAG Jugendliche erfolgreich auf das Arbeitsleben vorzubereiten, ihre Sozialkompetenzen zu trainieren und sie nachhaltig beruflich zu orientieren, sind die erklärten Ziele der Berufswerkstatt. Im 12-wöchi gen Kurs sind die Teilnehmer:innen der Berufswerkstatt eingeladen, im Rahmen von 30 Wochenstunden bis zu drei Fachwerkstätten zu besuchen, ihre Berufsinteressen praktisch zu überprüfen und neue Erfahrungen im Arbeitskontext zu machen. f Praktische Berufsorientierung und berufsspezifische Basis bildung als Vorbereitung für den 1. Arbeitsmarkt sowie für die Überbetriebliche Lehrausbildung f Sozialkompetenztraining f Praktika am 1. Arbeitsmarkt und Berufs-Check-Vereinbarungen für Angebote Überbetrieblicher Ausbildungsträger, vor allem in den Bereichen Verlängerte Lehre (ÜBV1) und Teilqualifizierung (TQU2) Neben den 11 Fachwerkstätten sind die Werkstätten für Kompetenz/ Perspektive der immer vordringlicher werdenden Notwendigkeit basaler Unterstützungsangebote und umfassender Basisorientie rung geschuldet. Hier werden Teilnehmende dabei unterstützt, einen Berufswunsch zu formulieren, eine Wunschwerkstatt auszuwählen und ganz grundsätzlich eine positive Zukunfts-Perspektive und Motivation zu entwickeln. ZIELGRUPPE Die Teilnehmer:innen der Berufswerkstatt sind zwischen 15 und 21 Jahren alt, werden vom AMS zugebucht, besitzen keinen oder einen negativen Pflichtschulabschluss, benötigen sonderpädagogische Förderung oder haben ihren Pflichtschulabschluss im Ausland absolviert. f multifaktorielle Problemlagen (physische und psychische Gesundheitsthemen, prekäre Familienverhältnisse, Flucht traumata, Gewalt- und/oder Mobbingerfahrung, Drogenmiss brauch, suizidales Verhalten etc.) f spezifische Bedürfnisse oder Lernschwierigkeiten f Nachholbedarf im Bereich Basisbildung f sprachliche Barrieren f Gesetzeskonflikte, erhöhtes Aggressionspotential, Gewaltbereitschaft Neben diesen offiziellen Kriterien gibt es zusätzliche Merkmale, die die sehr heterogene Zielgruppe der Berufswerkstatt aufweist: PROJEKTZIELE 2025 f 500 Einstiege bis Jahresende WERKSTÄTTENÜBERSICHT f Küche f Restaurant/Service f Floristik f Malerei f Tischlerei f Metallbearbeitung f Kosmetik f Frisuren f Einzelhandel allgemein

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN 513 Einstiege konnte die Berufswerkstatt 2025 verzeichnen, dem nach um 13 mehr als das Gesamtjahresziel 2025 vorgab. 257 Personen erreichten das vorzeitige oder reguläre Kursende. Die Abbruchquote lag 2025 bei rund 43%, wobei der Hauptanteil durch Fehlzeiten und fehlende Teilnahmefähigkeit bedingt war. 234 Berufs-Checks wurden vereinbart. Zusätzlich zu 47 Praktikumsver einbarungen fanden 53 Vermittlungen statt: 10 Personen starteten eine Lehrausbildung am 1. Arbeitsmarkt, 2 Teilnehmende ein Dienst verhältnis, 34 stiegen in die ÜBV1 ein, 5 in die TQU2 und 2 Jugendli che begannen mit der ÜBN1/2. An dieser Stelle sei angemerkt, dass als Vermittlungserfolg in der Kursstatistik nur Übertritte innerhalb einer Woche nach Kursende gezählt werden dürfen. Da sich 2025 weiterhin bei einem immer größer werdenden Anteil der Teilnehmenden Gewaltbereitschaft, Aggressionspotential und fehlende Kooperationsbereitschaft beobachten ließen, war in vielen Fällen Nachreifung zu empfehlen und intensive Betreuung nötig. Oftmals haben Regelverstöße oder unangebrachtes Verhalten, Drohungen oder Raufhandel unter Teilnehmenden zu Abmeldungen geführt. 34 Kursausschlüsse wurden 2025 daher aus rein diszipli nären Gründen durchgeführt. AKTUELLES Die seit Jahresbeginn durchzuführenden Clearing-Erstgespräche nach Leitfaden finden aufgrund der Vorgeschichte und der komple xen Themen der Jugendlichen in einem betont beruhigten Rahmen, mit ausreichend Zeitressourcen und nachfolgender Rücksprache option statt. Da die Berufswerkstatt 2025 einen starken Fokus auf die Erhöhung positiv absolvierter Berufs-Checks legte, wurde eine erfolgreiche Teilnahme der Jugendlichen auf mehreren Ebenen verfolgt und supervidiert. Das Ziel war, durch eine möglichst bedürfnis- und zielorientierte Vorbereitung die Antrittswahrscheinlichkeit der Teil nehmenden am Berufs-Check zu erhöhen, um auf diesem Wege eine steigende Anzahl an ÜBA-Einstiegen zu generieren. Von Schnuppertagen über Zusatzinformationen, zu Terminerinnerung und Vorbereitungseinheiten – die Jugendlichen wurden auf vielen Wegen motiviert, den Berufs-Check anzutreten und nach vier Tagen erfolgreich abzuschließen. Auch das Vernetzungstreffen mit den zuständigen Ansprech personen in der ÜBA am Standort Berufswerkstatt diente einer weiteren Stärkung der bestehenden Kooperationsebene und Zusammenarbeit. Die Unterstützung durch externe Einrichtungen (MA 11, Polizei etc.), die weiterführende Vernetzung mit der Wiener Angebotslandschaft (Jugendcoaching, AFit, wien work, etc.) sowie die kontinuierliche Abhaltung themenbezogener Workshops für die Teilnehmenden (Derad, impakt, Männerberatung, Grätzl´polizei, Act4respect etc.) waren für das Projekt Berufswerkstatt 2025 von großer Wichtigkeit.

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Jahresbericht 2025

Berufsorientierung und Basisbildung

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